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SPIELETEST
Dreamfall: The Longest Journey
Die erfahrenen Adventure-Fans unter euch wissen, was ein gutes Spiel dieses Genres ausmacht. Neben einer schönen Grafik und passendem Sound muss auch die Story stimmen. Haben wir nicht schon zu viele Spiele gesehen, bei denen diese drei Aspekte gefehlt haben? Zugegebenermaßen gab es den einen oder anderen Spieletitel, der zwar mit einer schönen Grafik auftrumpfen konnte, aber die Story außen vor ließ, sodass man schon nach einiger Zeit aufhören wollte, dieses Spiel anzurühren. Doch nun hat es das Team von FunCom geschafft, ein Spiel zu entwickeln, dass es würdig ist, sich in das Genre Adventure einzuordnen.

Das Spiel trägt den Namen „Dreamfall – The Longest Journey“ und knüpft an das Abenteuer des Spiels „The Longest Journey“ aus dem Jahre 2000 an. Schon damals konnten die Entwickler dieser Serie mit diesem Spieletitel bei der Fangemeinde punkten. Die Story befasst sich die meiste Zeit über mit der schönen Zoë Castillo, die in Casablanca im Jahre 2219 lebt. Sie hat erst vor kurzem die Beziehung zu ihrem Freund, sowie ihr Studium beendet, und weiss nicht, wie es mit ihrer Zukunft weitergehen soll. Doch Langeweile ist kein Thema für sie, denn in einer kurzen Zeitspanne ereignen sich unglaubliche Dinge, in die sie kurzerhand hineingeschleust wird. Zu Beginn taucht immer wieder dieses mysteriöse Mädchen im Screen auf, mit den Worten: „Finde April…Rette April!“. Zu dumm, dass wir dies zunächst für einen Virus halten, und es nicht ernst nehmen, da wir zum anderen nicht einmal eine April kennen. Plötzlich verschwindet dann auch noch ihr Ex-Freund, nachdem er uns etwas von einer heißen Story erzählt hatte, und auch das Auftreten dieser Videobotschaft häuft sich…

Was hat dies nur zu bedeuten? Hat diese Videobotschaft vielleicht etwas mit seinem Verschwinden zu tun? Zoë Castillo macht sich schließlich auf den Weg, ihren Exfreund zu suchen und das Abenteuer beginnt. Im Laufe des Spiels wechseln wir unseren Hauptcharakter. Zwischenzeitlich schlüpfen wir nämlich auch in die Rolle von April Ryan. Die Leute unter euch, die bereits „The Longest Journey“ gespielt haben, werden diese Frau kennen. Sie war damals die Hauptfigur des Spiels, und lebt seit ihrer Opferung in einer Paralleldimension. Kian, so der Name der dritten steuerbaren Hauptfigur, ist ein Fanatiker, der für seinen Glauben tötet. Alle drei scheinen vom charakterischen Auftreten her völlig verschieden zu sein, doch sie haben alle die gleiche Aufgabe. Sie müssen der Verschwörung nachgehen, die ihre Welten bedrohen. Die ganze Geschichte erfahren wir im Laufe des Spiels und es ist immer wieder spannend diese mitzuerleben, da sie einfach packend erzählt wird.

Das Spieleverfahren ist indes keine Revolution. Klickt man mit dem Pad auf eine Person oder auf einen Gegenstand und es erscheint ein Fokusfeld, so kann man mit diesen Objekten interagieren. Nachdem man auf das Objekt geklickt hat, sehen wir ein Fenster, wo wir dann zum Beispiel mit dieser Person reden können, oder sie einfach nur beobachten. Hierbei unterscheiden wir unter den Aktionen „Untersuchen“, „Nehmen“, „Benutzen“, „Sprechen“ oder „Gehen“. Wenn jedoch ein Objekt nicht im Fokusfeld markiert ist, können wir mit dieser Person oder dem Gegenstand nicht interagieren. Mit einer anderen Taste können wir von der Stelle aus unsere Umgebung nach Objekten absuchen. Dabei funktioniert allerdings nur die Aktion „Untersuchen“. Mit einem Klick auf eine wiederum andere Taste rufen wir unser Inventar auf. Hier ist die Aktionsfreiheit jedoch nicht so ausgeprägt, denn hier können wir die Objekte lediglich „Untersuchen“, „Benutzen“ oder „Kombinieren“.

Ungewöhnlich für ein Spiel dieser Art sind die Kampfszenen. Die Idee als solche ist ganz annehmbar, die Umsetzung jedoch erweckt den Eindruck, als wenn diese Kampfpassagen mehr als unnötig sind. Die Kämpfe verlaufen relativ schlicht, da wir im Kampf nur die Möglichkeiten „Schlag“, harter Schlag“ und „Blocken“ zur Verfügung stehen haben. Hat man den Dreh heraus, so liegt der Gegner nach nur 10 Sekunden am Boden, und man hat keinen einzigen Hitpoint verloren. Eine andere, jedoch gute Idee, sind die Schleichpassagen. Typisch für ein Adventure-Spiel sind die Rätsel. Die Rätsel in diesem Spiel sind manchmal wirklich komplex, und haben mich schon zur Verzweiflung getrieben. Anderer Rätsel wiederum sind so offensichtlich, und sind folglich leicht zu lösen. Schön finde ich hierbei, dass manche dieser Rätsel in Form von Minispielen dargestellt werden. Dies kann zum Beispiel so aussehen: Auf dem Bildschirm erscheinen vier Räder, welche nebeneinander gereiht sind. Ihr könnt sie und die mit ihnen verbundenen Symbole beliebig oft drehen. Ober- und unterhalb der Räder seht ihr zwei weitere Symbolreihen, welche sich mit den Symbolen auf den Rädern decken müssen. Es klingt jetzt vielleicht ein wenig verwirrend, aber mit der Zeit habt ihr auch dieses Rätsel gelöst.

Eine hervorragende Arbeit hat das Team bei der Synchronisierung des Spiels geleistet. Die Stimmen passen zu den Charakteren, und auch die Lippen bewegen sich haargenau zu dem Gesagten der Personen. Dies tut auch der Atmosphäre im Spiel gut, denn so wirkt alles noch realistischer. Schade nur, dass manche der angezeigten Texte von dem Gesprochenen der Personen abweichen, aber dies ist nun wirklich kein fataler Minuspunkt. Dies trifft eher auf die Steuerung mit dem Pad zu. An der einen oder anderen Stelle kam es schon zu einer unpräzisen Steuerung der Spielfigur, was schon genervt hat, und vor allem bei Schleich- und Kampfpassagen ungelegen ist.
 
Autor: Wesley  Seite: [1] [Fazit/Wertung]
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